Falsche Städte

Ein paar von euch kennen sicher das Buch „Margos Spuren“ von John Green, im Englischen „Paper Towns“. Falls nicht, unbedingt lesen !!!

Achtung, kleiner Spoiler: In dem Buch geht es darum, dass der Protagonist Quentin von Margo in die verschiedensten verlassen Städte geführt wird. In einer findet er den überpinselten Spruch „Irgendwann gehst du in die falschen Städte und kommst nie mehr zurück“

In dem Buch geht es also um verlassene Städte, die Quentin abklappern muss, um seine Freundin zu finden. Das kann man verstehen.

Aber was sind „falsche Städte“?

Im Englischen heißen sie Trap Street – Fallenstraße. Man könnte sie auch einfach Plagiatsfallen nennen. Sie bezeichnen nämlich in Karten eingezeichnete Straßen, Gebäude, Städte usw., die in Wirklichkeit nicht existieren.

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Warum gab es Plagiatsfallen?

Sie wurden von Kartenherstellern erfunden und dienten als Kopierschutz von Geoinformationen. Wenn die Karte unberechtigt kopiert oder verändert wurde, konnte man durch die falschen Straßen immer wieder herausfinden, woher die Informationen ursprünglich stammten.

Durch diese Hinweis im Buch wurde ich aufmerksam. Ich dachte, wenn es solche Straßen gibt, dann vielleicht auch hier in Bayern oder sogar im Umkreis von Erlangen. Doch leider habe ich bis jetzt nichts gefunden. Dafür muss man sich Zeit nehmen und Karten abgleichen und wenn man Glück hat, findet man eine Trap Street. Falls ich euch neugierig gemacht habe, habt ihr ja vielleicht Lust selbst Plagiatsfallenjäger zu werden.

Hier sind noch ein paar Beispiele von Wikipedia:

  • Auf einer Karte von Oxford (Oxford A–Z street map) wurde zum Beispiel eine fiktive Straße gefunden, die Goy CL, die nicht im Straßen Verzeichnis eingetragen war
  • Auf Google Maps und Google Earth gab es einige Zeit lang den Ort Argleton in England, man ist sich nicht sicher ob es sich um eine Plagiatsfalle handelt.

Und natürlich werden im Buch „Margos Spuren“ falsche Städte genannt – nochmal der Tipp, das zu lesen.

 

Amelie Schmidt